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Kraft
der
Freiheit

Der Staat

Von GLR | 4.2.2017 14:30

Gerhard Breunigs Artikel im Juwelen-Magazin über den Staat (Was ist ein Staat?) ist ein klassisches Beispiel für das fundamentalistisch-theoretisierende Denken von Libertären, die sich selbst als Freiheitsfreunde und Aufklärer einschätzen, zugleich aber nicht zwischen Fantasie und Wirklichkeit, bzw. zwischen Utopie und menschlicher Natur unterscheiden können.

Es ist richtig, dem Staat gegenüber skeptisch zu sein und seine Zwangsmaßnahmen soweit möglich mit passivem Widerstand zu beantworten. Unsinnig und rein hypothetisch sind jedoch die Forderungen, den Staat komplett abzuschaffen. Wo hat es in modernen Zivilisationen schon einmal eine Gesellschaftsform ohne Staat gegeben? Natürlich nirgendwo.

Das Problem mit dem Staat ist ein Problem der Fähigkeit und Kompetenz der in der Masse auftretenden Menschen, komplett selbstverantwortlich und autonom zu leben. Ich habe das in einem Video auch genauer erklärt, nämlich indem ich als Grundvoraussetzung ein bestimmtes notwendiges Mindestmaß an Bewußtheit jedes einzelnen angesprochen habe: Alles hängt vom Bewußtseinsstand ab 1. Diese Fähigkeit nimmt in unserer Zeit aber leider nicht zu, sondern ab.

Über staatenlose Gesellschaftsformen zu philosophieren ist reine Zeit- und Energieverschwendung. Was libertäre Theoretiker an Ideen äußern, ist ohne jede praktische Bedeutung. Leider geht es oft auch noch mit dem Beigeschmack von verärgerter Überheblichkeit und selbstgerechter Nörgelei einher.

Wenn man das einmal abhakt und sich der Situation der Menschen, mit denen wir es im Alltag zu tun haben, zuwendet, erheben sich sehr konkrete Fragen, die nichts mit fundamentalistischen Konzepten und Lehren zu tun haben. Was ist Freiheit und Selbstverantwortung, wenn ich mein eigenes Leben anschaue? Hierbei geht es um eine ganz direkt fühl- und spürbare Qualität — und die ist das genaue Gegenteil von abstrahierender Geistestätigkeit. Außerdem merkt jeder, der an diesem Punkt ehrlich und gewissenhaft zu sich selbst ist, daß er die Aufgabenstellung der persönlichen Autonomie und Selbständigkeit nur für sich allein lösen kann — oder er hat das Glück, Gleichgesinnte zu finden, die das Thema ebenfalls ganz konkret für sich angehen und sich konstruktiv zusammenschließen. Nur so entstehen freie Gesellschaften. Von millionenfachen Kollektiven her gedacht entsteht nur nutzloses Geschwätz.

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