GLR

Kraft
der
Freiheit

Folge der Freude, nicht dem Frust!

Von GLR | 10.6.2017 15:30, Update 11.6.

Eine einfache Frage: Was möchte die AfD? Ließe sich das in einem Satz zusammenfassen, so könnte man sagen: Es soll etwas gegen die Masseneinwanderung unternommen werden. Oder: Gegen den millionenfachen Zustrom von Flüchtlingen bzw. Asylanten. Das wären wohl die aktuell naheliegenden Antworten. Vor der letzten Bundestagswahl hätte man gesagt: Gegen den Euro und gegen die Haftungen der Deutschen für verschuldete Euroländer. Noch ein paar weitere Antworten: Gegen die GEZ-Gebühr. Gegen die Voreingenommenheit in der Berichterstattung der zwangsfinanzierten Staatsmedien.

Merken Sie, worauf ich hinaus will?

Allein schon parteistrategisch wird offensichtlich, daß all diese Aussagen auf ein Profil als Protestpartei hinauslaufen. Selbst die raffiniertesten Köpfe in der Parteiführung müßten merken, daß dann jede Wahlentscheidung maßgeblich davon bestimmt ist, wo hoch der Anteil der komplett unzufriedenen Wähler ist. Und fast jeder, der nicht völlig in einer Wunsch- und Traumwelt lebt, sollte gemerkt haben, daß dieser Anteil in Deutschland nun mal nicht besonders groß ist. Ob Masseneinwanderung oder nicht, ob rasant zunehmender Anteil der islamischen Bevölkerung oder nicht, ob Terroranschläge oder nicht, die weit überwiegende Mehrheit der Deutschen (ich schätze ungefähr 90%) steht, wenn man ihr die Wahl gibt, nicht auf der Seite einer Partei oder Bewegung, die Unzufriedenheit und Frust auf ihre Fahnen geschrieben hat, sondern auf der Seite der Etablierten, die ihr Weiter-So seit Jahrzehnten zu einer Art Weltanschauung erhoben haben.

Und warum ist das so? Weil jeder, wenn es um Entscheidungen geht, immer abzuwägen beginnt, ob das eine für ihn besser ist als das andere. Bei einer Protestbewegung muß aber die Lage schon sehr fatal, fast am Rande der völligen Verzweiflung sein, um einen Sprung ins Ungewisse zu wagen. Denn woher weiß ich, ob ich den Protestlern und ihren Funktionären (die ich zumeist gar nicht kenne) vertrauen kann oder nicht? Bei den anderen, so fragwürdig sie mir auch immer erscheinen, kann ich wenigstens davon ausgehen, daß alles weiter in den gewohnten Bahnen verläuft. Ein paar Millionen Zuwanderer, die einem momentan — finanziell, oder wie auch immer — noch nicht richtig weh tun, sind da noch das geringere Übel.

Aber lassen wir das parteistrategische Analysieren einmal, denn auch dieses bewegt sich noch viel zu sehr an der Oberfläche. Die eigentliche Fragestellung ist nämlich etwas, das immer viel zu sehr außer acht gelassen wird, wenn man sich mit tagespolitischem Geplärr und den üblichen in den Medien durchbuchstabierten Kleinkariertheiten ablenken läßt. Ich sage: Der gewinnt, der mit der Lebenskraft im Bunde ist. Protestler sind das, wie gerade erklärt, nur, wenn alles am Zusammenbrechen ist und ein ganzes Volk mit dem Rücken zur Wand steht. Im anderen Fall gewinnt immer der, der Perspektiven aufzeigt, ein Gefühl allumfassender Hoffnung und Ermutigung verbreitet, Vertrauen einflößt. Das sind Politiker und Parteien, bei denen ich mich mit meinen Interessen gut aufgehoben fühle. Bezogen auf Wohlstand, Selbstausdruck, Sicherheit, Berufschancen, Wirtschaftsaufschwung, Gesundheit und außenpolitische Stabilität.

Eben hier ist die "Marktlücke", was Deutschland anbetrifft. Donald Trump hat diese Marktlücke in den USA genial erspürt und genutzt. Das sieht man bereits an seinem Gewinner-Slogan MAKE AMERICA GREAT AGAIN. Wie wir seit ungefähr zwei Jahren miterleben, stehen ihm linke Ideologen und Plärrer entgegen, die sich auf alles stürzen, was ihnen nicht gefällt, was sie als ungerecht, nicht ihrer Gender-und Multikulti-Ideologie entsprechend, umweltschädlich, und überhaupt generell als ihrer eigenen miefigen und stickigen intoleranten Political-Correctness-Weltanschauung zuwiderlaufend beklagen. Überhaupt: Jammern, klagen, weinerliche Vorwürfe erheben, sich beschweren und andere bezichtigen, kurz: ein kindisches, unreifes und allein schon von der äußeren Erscheinung und Ausstrahlung her abstoßendes Gehabe legen diejenigen an den Tag, die nach Obama so gerne Macht und Einfluß behalten hätten, jedoch von den viel gesünder und konstruktiver gesonnenen, mit beiden Beinen im Lebensalltag stehenden Bürgern der US-Durchschnittsgesellschaft mit völligem Recht als lästig und im Grunde nur noch als bedauerns- und verachtenswert angesehen werden.

The Democrats have no message, not on economics, not on taxes, not on jobs, not on failing #Obamacare. They are only OBSTRUCTIONISTS!

Donald Trump, Tweet 14:49 - 11. Juni 2017
RETWEETS 13.554, GEFÄLLT 46.568

Dann übertragen wir das mal auf den deutschen politischen Alltag: Wer jammert und klagt hier, wer empört und beschwert sich und kann sich ob seiner Wut und Frustration kaum noch im Zaum halten? Eine positive Vision vertritt aber weder die "Rechte" noch die "Linke". Die "Rechte" protestiert und regt sich auf, die "Linke" duckt sich weg und möchte sich demnächst nur noch auf Zensur, Gesinnungskontrolle und Verbote verlegen.

Das Aufbringen positiver Assoziationen wie Freiheit, Stärke, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung erweckt in unserem Land kollektive Abwehr- und Vermeidungsinstinkte. Man darf nicht für, man muß gegen etwas sein, dann fühlt man sich sicher.

Deshalb gibt es hier noch keine Alternative. Eine echte Alternative aber stünde im Bunde mit der Lebenskraft, mit Freude, Begeisterung, Aufbruchsstimmung und Optimismus. Sie hätte Werte präsent, für die es lohnen würde, sich einzusetzen. Ihre Devise wäre:

Folge der Freude, nicht dem Frust!

Dann sehen wir aber sofort, daß linke, oder wie ich lieber sage, sozialistische und kollektivistische Parteien, Richtungen oder Bewegungen stets diejenigen sind, die nur das Negative betonen können und stets auf zwanghafte, ja neurotische Weise plumpe Ressentiments kultivieren. Gegen dies, gegen das. Auch ein Nationalsozialismus, der leider bei manchen Verwirrten immer noch unverdientermaßen das Image einer konstruktiv und positiv (im Sinne des deutschen Volkes) gesonnenden Bewegung genießt, benötigte, um überhaupt existieren zu können, den Haß auf Juden und andere aus der Gesellschaft Verstoßene, den Haß auf den Kommunismus (dem er in weiten Zügen glich; aber als Feindbild, da brauchte man ihn), den Haß auf individuelle Unabhängigkeit und Selbstbestimmung, sowie ein tieferes (zum Teil auch berechtigtes, aber eben auch nicht positives) Gefühl der Kränkung und Schmach durch die mit dem Verlust des I. Weltkriegs und den Versailler Vertrag erlittenen Demütigungen. Wer derart bis ins Mark frustriert und mit Minderwertigkeitsgefühlen belastet ist, sinnt auf Rache, und um diese auszuführen, rüstet er zum Gegenschlag auf. Die letzte, unvermeidliche Konsequenz ist zuerst Gewalt, dann Zerstörung, dann Selbstzerstörung. Genau das ist die Logik der Lebenskraft. Was nicht im positiven, fruchtbaren, freudigen und nach Glück strebenden Sinne leben kann oder leben will, strebt zu Tod und Vernichtung.

Die Lähmung, die von dieser unseligen Gepoltheit ausgeht, überzieht immer noch dieses Land und seine Menschen. Unfruchtbarkeit und Neubesiedelung sind nur sekundäre Symptome. Aber die Lösung liegt auf der Hand. Wenn der Irrweg klar genug durchschaut ist, liegt der richtige Weg umso deutlicher vor uns.

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