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Es sind die Auswanderer, nicht die Einwanderer, die Deutschland zerstören

Von GLR | 14.9.2017 10:00

Da beschreibt einer seinen Abflug aus Deutschland und hat nur noch Häme und Verachtung für dieses Land übrig. Vom Sozialismus endgültig und unwiderruflich zerfressen; die Freiheit, die er erstrebt, verspricht er sich in Südamerika. Dort würden noch Marktregeln gelten.

Zu den Hundertausenden, die physisch auswandern, gesellen sich Millionen, die zwar hier bleiben, aber innerlich schon längst Abschied genommen haben. Es sind die Nichtwähler, die den Gang der Politik entscheidend beeinflussen. Alle diese innerlich und äußerlich Abschied Nehmenden sind Unzufriedene. Aber sie tragen nichts bei. Meistens haben sie nur Negativität einzubringen: Hohn und Spott für die, die sich hier angeblich völlig nutzlos engagieren; Hohn und Spott für eine deutsche Gesellschaft, die ihren Erwartungen nicht gerecht wird.

Ich sehe hier nicht die Wirkung, sondern die Ursache des Problems. Heimat bedeutet, sich verantwortlich zu fühlen, und zwar für alles, was im eigenen Lebensumfeld passiert, und nicht nur zugunsten eines vordergründigen Eigennutzes. Das ist eine Herzenssache, und genau deshalb klinken sich viele Anhänger der Libertären-Kirche aus. Ihr Verständnis von Freiheit ist zutiefst negativ: einzig Freiheit von, nicht Freiheit zu. Die echte Freiheit ist ein Beitragen und Sich-Schenken aus dem Herzen, ohne nach direktem Eigenprofit und Eigennutzen, speziell im materiellen oder konsumierbaren Sinne zu fragen. Hier stellt sich die Frage nach dem Selbstverständnis dieser Menschen, nach ihrer Grundeinstellung dem Leben und der eigenen Existenz gegenüber. Meinem Eindruck nach sind viele diesbezüglich völlig verloren: sie sind hohl und leer, weil sie nur ihren Intellekt, ihre Verstandesgründe für Marktwirtschaft und möglichst selbstbestimmte Lebensformen haben, die sie dann noch gerne mit Lehren der Österreicher oder von Roland Baader untermauern.

Nur daß die Wirklichkeit dazu nicht paßt. Hierin ähneln sie frappant den Sozialisten und Kommunisten, ihren ideologischen Feinden. Beide hadern mit dem Sosein des menschlichen Wesens und möchten es zu einer Utopie hin umerziehen. Klappt das auf absehbare Zeit nicht, vergrößert sich die Verachtung, die Negativität wird zu Haß, wird oft auch zu Selbsthaß. Dann wird alles sinnlos, und man muß weg. Wenn gar nichts mehr hilft, hilft scheinbar der Selbstmord. Hinter alledem steckt eine gewisse Logik: die Logik der sich selbst austrocknenden, am Ende zu völliger Verdorrung führenden Vernunft, die zwar immer recht hat, aber nicht glücklicher, sondern immer unglücklicher macht.

Ich sehe hierin die eigentliche Krankheit, an der die deutsche Kultur krankt. Die mehrhundertjährige Geistestradition ist am Ende ihres Weges angelangt. Der Mensch folgt nicht der Vernunft, schon gar nicht der politische Massenmensch — wie der Faschismus anschaulich bewiesen hat und wie sich auch jetzt wieder mit dem Entstehen der neuen Gesinnungsüberwachung und Bewußtseinsverschmälerung zeigt. Der deutsche Aufgeklärte sieht sich einem gähnendem Abgrund von Irrationalität gegenüber und muß sich eingestehen, keinerlei Gegenrezept mehr zu haben.

So hat sich die bisherige Kultur totgelaufen; ihre intelligenteren Vertreter begeben sich in äußere oder innere Emigration, kapseln sich ein, verstummen. Das entstandene Vakuum wird durch von außen hereinströmende Menschenmassen und andere Kulturen gefüllt. Wodurch sich die bisherige Mentalität noch mehr bedrängt und verunsichert fühlt: ein Teufelskreis, der zu immer mehr Selbstauslöschung führt.

Und wie es schon immer war, zu allen Zeiten, in allen Kulturen: Nur einzelne erkennen den Ursprung echter Werte, nämlich im Gewahrwerden, daß sie dieser Wert bereits sind. Und daß dieser Wert nie zerstörbar ist. Daß er keiner Bestätigung von außen bedarf, und daß er somit auch unabhängig vom kulturellen Verfall ist. An diesem Ursprung entsteht Kultur, jegliche Kultur. Hier ist die Keimzelle von Heimat, denn wo diese Menschen sind, wo sie leben, wohnen, arbeiten, wirken und für ihre Mitmenschen auffindbar sind, bist du zuhause. Das ist nun mal für Deutsche Deutschland, und nur Deutschland, nicht irgendwo in Südamerika oder in Asien. Dieses Land, diese Natur, diese Geschichte, diese Sprache, diese Mitmenschen.


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