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Kraft
der
Freiheit

Krieger-Ethos

Von GLR | 21.6.2017 18:00, Update 23.6.

Inhalt

Texte, Blogbeiträge, Videos und weitere Materialien über die praktische Realisierung von persönlicher Freiheit und Selbstverantwortung.
Freiheit nicht nur als Idee oder als abstrakter Gegenstand intellektueller Untersuchung, sondern als Aufgabe und Ruf des Gewissens im eigenen Lebenskontext verstanden.
Kritisieren, Jammern und Nörgeln bringen niemand weiter, sondern sind Kennzeichen von Verwirrung und Desorientierung.

Krieger

Was ist "Krieger-Ethos"?

Unter einem "Krieger" wird hier kein äußerlich aggressiver oder militanter Mensch verstanden, sondern ein Mensch auf dem Weg zu Freiheit, Bewußtheit und Selbstbestimmung.

Der Krieger-Ethos bedeutet, sein Leben nach sinnvollen und stärkenden Werten auszurichten und diese nicht rein geistig (und erst recht nicht nur intellektuell), sondern in täglich gelebter Praxis zu verwirklichen.

Wichtige Aspekte des Krieger-Ethos:

Die Chance zu persönlicher Freiheit realisieren

Videos von GLR über den Krieger-Ethos

Don Juan Matus

Castaneda

Aus einem der Bücher Carlos Castanedas:

Ich sagte ihm, ich fühle mich wertlos und sollte vielleicht nach Hause fahren, um wiederzukommen, wenn ich mich stärker fühlte.

"Du redest Unsinn", fuhr er mich an. "Ein Krieger nimmt sein Los auf sich, was es auch sei, und akzeptiert es in äußerster Demut. Er akzeptiert demütig, was er ist, und dies ist ihm kein Anlaß zu bedauern, sondern eine starke Herausforderung.
Jeder von uns braucht Zeit, um diesen Punkt zu verstehen und ihn voll zu erleben.
Ich zum Beispiel haßte früher die bloße Erwähnung des Wortes "Demut". Ich bin ein Indianer, und wir Indianer sind seit jeher demütig und haben nie etwas anders getan, als den Kopf zu beugen. Ich meinte, Demut sei nichts für einen Krieger. Ich irrte mich!
Heute weiß ich, daß die Demut eines Kriegers nicht die Demut eines Bettlers ist.
Der Krieger beugt den Kopf vor niemanden, aber gleichzeitig erlaubt er es keinem anderen, seinen Kopf vor ihm zu beugen.
Der Bettler hingegen fällt bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit auf die Knie und leckt jedem, den er für höher erachtet als sich selbst, die Stiefel; zugleich aber erwartet er, daß ein Geringerer als er ihm die Stiefel leckt.
Deshalb sage ich dir heute auch schon, daß ich nicht verstehe, wie die Meister des Ostens, die Gurus sich fühlen. Ich kenne nur die Demut eines Kriegers, und diese wird mir nie erlauben, der Meister eines anderen zu sein."

Der grundlegende Unterschied zwischen einem normalen Menschen und einem Krieger ist, daß der Krieger alles als Herausforderung annimmt, während der normale Mensch alles entweder als Segen oder Fluch auffaßt.

Castaneda

Das Selbstvertrauen des Kriegers ist nicht das Selbstvertrauen des Durchschnittsmenschen.
Der Durchschnittsmensch strebt nach Bestätigung in den Augen des außenstehenden Betrachters und nennt dies Selbstvertrauen. Der Krieger strebt nach Makellosigkeit in seinen Augen und nennt dies Bescheidenheit.

Castaneda

Nur als Krieger kann man auf dem Pfad des Wissens überleben. Denn die Kunst des Kriegers ist es, den Schrecken, ein Mensch zu sein, und das Wunder, ein Mensch zu sein, in Einklang zu bringen.

Weitere Fingerzeige

Wer dem Krieger-Ethos weiter auf die Spur kommen will, kann in diversen Kulturen und Überlieferungen interessante Anregungen finden:

Antikes Griechenland
Indien
China
Japan


Nichts zählt so sehr wie der gegenwärtige Augenblick. Das Leben des Menschen besteht aus einer Abfolge von Augenblicken. Versteht man den gegenwärtigen Augenblick vollkommen, so gibt es nichts anders zu tun und nichts anderes zu erstreben.

Hagakure


Man sollte in der Lage sein, von allen Wegen zu hören, und dabei umso mehr im Einklang mit seinem eigenen zu stehen.

Hagakure


Das Ich muß sterben

Was sterben muß, ist etwas, das gar nicht existiert, aber in der Vorstellung des normalen Menschen immer von neuem als Konzept aufgebaut wird: Das Ich (auch: Selbst, oder auch: spirituelles Ego). Die Vorstellung einer Ich-Person, die sich mit dem Körper identifiziert, die sich mit ihrem Namen und den damit einhergehenden Prägungen und Konditionierungen identifiziert, die sich entwickelt, lernt, "an sich arbeitet", sich verändert, oder die erwacht, erleuchtet wird etc.

Das Loslassen dieses Irrtums ist der eigentliche Bedeutungskern des Krieger-Ethos, und nicht, was im allgemein üblichen Denken dafür gehalten wird.

Die Praxis

Sämtliche hier gegebenen Informationen haben nichts mit irgendeiner Weltanschauung, Ideologie oder Philosophie von Krieger-Dasein oder Krieger-Leben zu tun. Und sie können ein solches Dasein und Leben auch nicht ersetzen. Dies muß speziell angesprochen werden, da der heutige Durchschnitts- und Alltagsmensch zu hundert Prozent im Verstand ist und, seit er noch ein Kind war, komplett vergessen hat, wie ein echtes, authentisches Leben aussieht. (Ihm das zu sagen, wird dann natürlich als "unhöflich" abqualifiziert, und die Ablehnung wird in der Regel mit dem Hinweis auf die notwendige, ja verpflichtende Anpassung an die Majorität der anderen Mitläufer gerechtfertigt.)

Echter (nicht nur angelesener oder gedanklich reflektierter) Krieger-Ethos findet im eigenen Leben statt, oder man kennt ihn überhaupt nicht.

Die heutige gesellschaftliche, kulturelle, wirtschaftliche und politische Lage in Deutschland ist völlig verfahren. Die Menschen sind in eine Scheinwirklichkeit eingelullt. Dafür sind aber nicht (nur) fremde Mächte, sondern auch sie selbst verantwortlich. Niemand wird dazu gezwungen, sich etwas vorzumachen. Um als einzelner Mensch in der eigenen Wirklichkeit anzukommen, statt in der Scheinwirklichkeit aus falschen Vorstellungen, Ablenkungen und ins Abstrakte und Theoretische verlagerten künstlichen Fragestellungen zu leben, ist individuelles Erwachen nötig.

Dieses Erwachen interessiert aber nicht die vielen, sondern nur einzelne. Es ist der Ruf ihres eigenen Gewissens, der sie dahin bringt, aus dem Wahn des Kollektivs auszusteigen und die eigene Verantwortung zu ergreifen. Nur solche Menschen können frei und stark sein; die anderen sind verloren und können auch nicht gegen ihren Willen überzeugt oder umgestimmt werden.

Hinweise zur gelebten Praxis werden im internen Webbereich von GLR+Freunde bereitgestellt.

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