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Wie viele Mitbürger muß ein deutscher Netto-Steuerzahler mit durchschleppen?

Von M. Schweiger | ca. 2012 (Links werden noch korrigiert; Stand 19.11.2016)

Der folgende Artikel untersucht, wie das Volkseinkommen vor und nach einem Crash in Deutschland verteilt sein wird. Derzeit ist es so, daß - netto gesehen – bei dem derzeit installierten Umverteilungssystem etwa ein  deutscher Haushalt zwei Haushalte mit durchschleppen muß. Doch wie wird es nach dem Crash werden? Erschreckend, so viel sei schon jetzt verraten.

1. Einnahmenseitig sieht es wie folgt aus:  

http://martinschweiger.wordpress.com/2012/09/09/steuereinkommen-de-in-2010-und-2011/

dort habe ich Daten über die Verteilung und die Zusammensetzung des Steuereinkommens der deutschen Verwaltung gepostet. Diese Darstellung ist aber irreführend.

Wie dort gesagt, es kommt letztlich nicht so sehr darauf an, wieviel Steuern man im Einzelnen für eine bestimmte Steuerart bezahlt.

Das Gesamtbild ist vielmehr wichtig und dort besonders das Verhältnis der Netto-Steuerzahler zu den Nicht-Netto-Steuerzahlern. Nach Prof. Hamer, hier

http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=866

sind die von mir mit “Netto-Steuerzahler” bezeichneten Bundesbürger

Und die Nicht-Netto-Steuerzahler sind

Hier

Wie viele Wahlberechtigte gibt es, die gleichzeitig “öffentliche Bedienstete” sind?

habe ich schon vor dem Erscheinen des Artikels von Prof. Hamer abgeschätzt, daß etwa 27 Mio Netto-Steuerzahler mindestens 33 Mio Nicht-Netto-Steuerzahler und dazu noch einmal 2 Mio vollständig Erwerbslose wie Schüler und Studenten durchschleppen müssen und dann noch die ganzen anderen Nicht-Wahlberechtigten und gleichzeitig Nicht-Erwerbstätigen mit einem Alter unter 18 Jahren. Insgesamt sind es 76 Mio Deutsche, die versorgt sein  wollen.

Vereinfachend bin ich dabei davon ausgegangen, daß sich die etwa 6.5 Mio Ausländer insofern einkommensneutral verhalten, d.h. daß diese genausoviel Steuern zahlen wie sie wieder als Subventionen zurückbekommen bzw. daß die vollständig erwerbslosen Ausländer von ihren unmittelbaren Verwandten versorgt werden.

b) In einem Nebenaspekt: interessant ist auch das Verhältnis der Netto-Steuerzahler zu den Nicht-Netto-Steuerzahlern.

Etwas vereinfacht schlage ich für die Netto-Steuerzahler folgendes Berechnungsverfahren vor:

Anzahl der Wahlberechtigten abzüglich der Anzahl der Studenten, Schüler und Auszubildenen. Davon zusätzlich noch abzuziehen die Gesamtzahl der Staatsknete-Empfänger oben in Höhe von 33 Millionen. Hinzuzurechnen sind allerdings die in Deutschland erwerbstätigen Ausländer, abzüglich wiederum derjenigen Ausländer, die Staatsknete bekommen.

Studenten geschätzt etwa 2 Millionen (2,2 Mio vermindert um geschätzte 10% Ausländer)

http://www.derwesten.de/panorama/zahl-der-studenten-in-deutschland-erreicht-rekord-hoch-id5054050.html

Auszubildende über 18 Jahre geschätzt 0,5 Mio (pro Jahr 500k neue Azubis, Dauer der Ausbildung im Schnitt 2.5 Jahre, vermindert um die Azubis unter 18Jahre)

http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/bildung-zahl-der-ausbildungsplaetze-gestiegen_aid_615928.html

Die Zahl der steuerzahlenden Azubis ist somit vernachlässigbar.

Das macht 62 – 2 – 33 = 27 Millionen wahlberechtigte Netto-Steuerzahler in Deutschland.

Jetzt könnte man noch sagen, daß die Ausländer nicht berücksichtigt sind. Das stimmt aber schon mal nicht, denn diese tragen zwar zu den Leistungen bei, sind aber nicht wahlberechtigt. Schauen wir trotzdem genauer hin:

Insgesamt gibt es 82 Millionen Einwohner in Deutschland, inklusive Ausländer

http://www.welt.de/politik/deutschland/article12831620/Zahl-der-Deutschen-schrumpft-vor-allem-auf-dem-Land.html

Davon sind etwa 6,5 Mio Ausländer

http://www.welt.de/politik/article3426420/Zahl-der-Auslaender-in-Deutschland-nimmt-ab.html

Unklar ist, ob die Ausländer mehr zu den Steuereinnahmen beitragen als sie verbrauchen. Davon gehe ich in erster Näherung aus, vereinfachend und im Licht unserer Abschätzung konservativ gesehen kann man sicher sagen, daß sich die Ausländer insgesamt gesehen versorgungsmäßig neutral verhalten. Für diese vereinfachende Ansicht spricht sicher auch, daß diejenigen Ausländer, die Staatsknete beziehen, sicherlich in den Statistiken der betreffenden Agenturen und Ämter miteingeschlossen sind.

Und nun das Ganze noch in absoluten Zahlen ausgedrückt:

Somit leben in Deutschland 82 – 6 = 76 Millionen  Deutsche, die ihren Lebensunterhalt irgendwie bestreiten müssen.

Diese werden von 27 Millionen Leuten unterhalten, d.h. jeder 1 Netto-Steuerzahler muß außer sich selbst sich noch etwa 1,8 Deutsche mit durchschleppen.

Wer wundert sich nun noch über eine durchschnittliche Steuer- und Abgabenlast von 60% bei den Netto-Steuerzahlern?
Nix wie weg!

Lesenswerte Artikel zum selben Thema

Andreas Tögel: Wider den Fetisch Mehrheit, hartgeld.com, 2012

und auch hier:
http://www.theintelligence.de/index.php/wirtschaft/180-deutschland-deutsche/4548-verlogene-zahlenspielefakten-zur-situation-am-arbeitsmarkt.html

Dabei komme ich auf eine Größenordnung, wonach ein deutscher Netto-Steuerzahler etwa 1,8 deutsche Nicht-Netto-Steuerzahler und deutsche Erwerbslose mit durchschleppen muß.

Aus dem oben genannten Artikel von Prof. Hamer ergibt sich, daß meine Berechnung nur ein klein wenig zu konservativ angesetzt war:

“Nach amtlicher deutscher Statistik gelten von 82 Millionen Einwohnern nur 34,3 Millionen (42%) als «von Erwerbstätigkeit lebend». Eine Minderheit von 42% Erwerbstätigen muss also bereits nach amtlicher Statistik eine Mehrheit von 58% mit ernähren, darunter allerdings auch ihre eigenen Angehörigen. 

Unter den Erwerbstätigen gibt es aber zwei ganz unterschiedliche Gruppen: 

  1. Diejenigen, die vom Markteinkommen leben, wie z.B. die Unternehmer und die Arbeitnehmer in der privaten Wirtschaft (die Netto-Steuerzahler).
  2. Andererseits diejenigen, die zwar erwerbstätig sind, aber von den Steuern und Sozialabgaben der ersteren als öffentlicher Diener, Sozialfunktionär oder Transfereinkommensbezieher leben (die Nicht-Netto-Steuerzahler).

In diesem Sinne leben 66,1% der Bevölkerung mit Hilfe der staatlichen Umverteilung von Transfereinkommen aus den Steuern und Sozialabgaben der 33,9% Marktleister. Dies hat die FDP schmerzhaft erfahren, als sie allgemein für Steuersenkungen kämpfte und nicht erkannt hatte, dass inzwischen zwei Drittel der Bevölkerung – nämlich die Transfereinkommensbezieher – längst an höheren Steuern für die Marktleister interessiert sind, weil sie nur dadurch auch selbst höhere Transfereinkommen (öffentliche Gehälter, Renten, Sozialleistungen) erwarten können.

Die Umverteilung im Sinne einer «Herstellung sozialer Gerechtigkeit» durch den Sozialstaat wird nicht nur von den politischen Parteien aus Wahlbestechungsgründen betrieben und nicht nur von einer Bevölkerungsmehrheit der durch Umverteilungsleistungen Beschenkten begrüsst, sondern wird auch im Interesse einer ständig wachsenden Armee von Sozialfunktionären betrieben, für welche die Umverteilung eine «Herrschaft durch Betreuung» geschaffen hat.

Schon Ludwig Erhard hat uns immer vor solcher «Herrschaft durch Betreuung» gewarnt und den Sozialfeudalismus – nämlich das Schmarotzerleben derer, die öffentliche Gelder verteilen auf Kosten derer, die diese erarbeiten müssen – gebrandmarkt.” (Anmerkungen in Klammern diesseits hinzugefügt)

Also muß ein typischer deutscher Netto-Steuerzahler genau zwei Mitbürger mit durchschleppen. Sagt Prof. Hamer.

Mit dieser Zahl rechne ich weiter, weil sie so schön rund ist.

2. Nachdem etwa zwei Deutsche in einem Haushalt leben (siehe hier http://www.bz-berlin.de/archiv/gestatten-herr-und-frau-deutsch-article329141.html), muß durchschnittlich ein deutscher Haushalt zwei andere Haushalte mit durchschleppen.

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