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CRPS (Complex Regional Pain Syndrome)

Complex Regional Pain Syndrome (CRPS), auch bekannt als Morbus Sudeck, ist eine chronische neurologische Schmerzerkrankung, die meist nach Verletzungen, Knochenbrüchen oder Operationen an Armen oder Beinen auftritt. Die Schmerzen stehen in keinem Verhältnis zur ursprünglichen Verletzung und gehen oft mit Schwellungen, Hautveränderungen, Temperaturstörungen und Bewegungseinschränkungen einher.

CRPS ist eine auch bei professionellen Medizinern noch weithin unbekannte Krankheit, die erst in jüngster Zeit stärkere Aufmerksamkeit erlangt hat.

Das CRPS ist keine seltene Erkrankung. Trotzdem wird es in der klinischen Praxis oft nicht erkannt, so dass der Zeitabstand von Beschwerdebeginn bis zur Diagnosestellung mehrere Monate betragen und dadurch die Prognose des Patienten ungünstig beeinflussen kann.siehe Weblinks 1)

Ursachen und Typen

Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt, es wird jedoch von einer Fehlregulation des Nervensystems und einer übermäßigen Entzündungsreaktion ausgehen. Man unterscheidet zwei Typen:

  • Typ I: Tritt ohne direkte Nervenschädigung auf (häufiger, ca. 90 % der Fälle).
  • Typ II: Tritt nach einer nachgewiesenen Nervenschädigung auf.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome sind brennende oder pochende Schmerzen, Überempfindlichkeit gegen Berührung oder Kälte sowie Veränderungen der Hautfarbe und -textur. Die Erkrankung betrifft häufig Gelenke (Hände oder Füße) und kann sich bei unzureichender Behandlung auf andere Körperbereiche ausbreiten oder chronisch werden.

Prävalenz

Frauen sind signifikant häufiger betroffen als Männer (etwa 2‑ bis 5‑mal häufiger), insbesondere postmenopausale Frauen. Der Häufigkeitsgipfel liegt zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr, CRPS kann aber auch bei Kindern und älteren Menschen auftreten.

Behandlung

Eine ursächliche Heilung ist oft nicht möglich, daher zielt die Therapie auf Symptomlinderung und Funktionswiederherstellung ab. Wichtige Bestandteile sind:

  • Frühe Diagnose und Therapie: Je früher behandelt wird, desto besser die Prognose.
  • Physio- und Ergotherapie: Aktive Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit und Kraft.
  • Medikamente: Entzündungshemmer, Schmerzmittel und manchmal Kortison.
  • Spiegeltherapie: Eine Methode zur Beeinflussung der Körperwahrnehmung im Gehirn.

Gibt es alternative Therapiemethoden bei CRPS?

Ja, es gibt verschiedene alternative und komplementäre Therapiemethoden, die bei Complex Regional Pain Syndrome (CRPS) unterstützend zur konventionellen Behandlung eingesetzt werden können. Diese zielen darauf ab, die Selbstwirksamkeit zu stärken, das Nervensystem zu regulieren und die Lebensqualität zu verbessern.

Verfahren der Mind-Body-Medizin spielen eine wichtige Rolle in der integrativen Behandlung. Dazu gehören Achtsamkeitstraining (MBSR), Yoga, Qigong und progressive Muskelentspannung.

Studien zeigen, daß diese Methoden den Vagusnerv stimulieren, was helfen kann, Schmerzen, Ängste und Depressionen zu reduzieren. Sie fördern zudem die Körperwahrnehmung und helfen Patienten, besser mit dem chronischen Schmerz umzugehen.

Phytotherapie und Ernährung

Bestimmte pflanzliche Wirkstoffe können entzündungshemmend wirken und somit die Symptome lindern. Häufig genannt werden Kurkuma und Brennnessel, die als Ergänzung zur medikamentösen Therapie eingesetzt werden können. Eine entzündungshemmende Ernährung wird oft als unterstützende Maßnahme empfohlen.

Weitere physikalische Verfahren

Neben der klassischen Physiotherapie können auch spezifische Anwendungen wie Wassertherapien (Kneipp-Anwendungen) oder die Spiegeltherapie (die bereits zur Standard-Reha gehört, aber oft als „alternativ“ wahrgenommen wird, da sie die Wahrnehmung täuscht) erfolgreich sein. Auch die Transkutane Elektrische Nervenstimulation (TENS) wird häufig als ergänzende Maßnahme genutzt.

Kontraindikationen

Wärme- oder Kälteanwendungen sind beim CRPS kontraindiziert, auch passive Bewegung verschlechtert das Krankheitsbild. Beübung in den Schmerz verschlimmert das Bild zusehends, wobei schmerzarme aktive Bewegungen die Muskelverhältnisse normalisieren und die Nerven positiv anregen.

Die Physiotherapie kann mittels manueller Lymphdrainage (MLD)2) und vorsichtiger Kompressionstherapie das Krankheitsbild positiv beeinflussen. Ziel ist es dabei, den Lymphabfluß zu beschleunigen und den Lymphstau zu reduzieren, damit die Beweglichkeit und Stoffwechselsituation vor Ort verbessert wird.

Siehe auch

1)
Das komplexe regionale Schmerzsyndrom (CRPS)
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